Ferngeschmeckt

Ferngeschmeckt

Hol dir den Geschmack Europas auf den Teller

Wie heißt es doch so schön: Liebe geht durch den Magen! 
Diesen fast schon abgenutzten Spruch nehmen wir uns allerdings dennoch gerne zu Herzen, wenn wir ein von uns bereistes Land mit allen Sinnen kennenlernen wollen! In jeder europäischen Kultur spielt das genussvolle Schmecken, das betörende Riechen und der appetitliche Anblick von Speisen eine sehr große Rolle. Die gemeinsamen Mahlzeiten sind tief in den verschiedenen Gesellschaften verwurzelt und ein wichtiger Bestandteil der regionalen Kultur.
 
In vielen Ländern lässt sich anhand der Speisen erkennen, in welcher Beziehung die Bevölkerung zu ihrem Land steht: so wird beispielsweise in Skandinavien viel im Wald Gesammeltes in Gerichte eingebaut oder zum Beispiel in Lettland wenig gewürzt um den ursprünglichen Geschmack der puren Lebensmittel zu erhalten. Im Süden sieht es mit der Würze schon ganz anders aus: von den feurigen andalusischen Tapas bis hin zur sizilianischen Pasta mit frischen Mittelmeerkräutern finden sich vielseitige Geschmackskompositionen.
 
Auf unseren Roadtrips ist uns aufgefallen, dass viele Gerichte europaweit verbreitet sind – natürlich unter verschiedenen Namen und mit landestypischen Zubereitungsarten. Dazu zählt beispielsweise die Fischsuppe, welche von Nord nach Süd allein aufgrund des jeweils heimischen Fischbestands verschieden schmeckt. In den nördlichen Ländern Europas findet sich zudem häufig ein Lammeintopf auf der Speisekarte und Kartoffelaufläufe stehen ebenfalls ganz hoch im Kurs.  
 
Es bereitet uns einfach sehr viel Freude, als persönliche Highlights neben den üblichen kulturellen Sehenswürdigkeiten das Land über typische Nahrungsmittel kennenzulernen, sei es beim Bummeln durch prall gefüllte Markthallen, kleine versteckte Lädchen auf dem Land oder beim Direktverkauf vom Fischkutter.
Das Essen und vor allem auch das Selber-Kochen mit den einheimischen Zutaten lässt uns irgendwie noch mehr ein Teil der Destination werden. Denn obwohl es bei manchen Gerichten oder Produkten vielleicht manchmal etwas Überwindung kostet, sich darauf einzulassen, so waren wir doch meist positiv überrascht und finden, das Ausprobieren hat sich gelohnt.
 
Um unsere Roadtrips neben den bildlichen und musikalischen Erinnerungen auch geschmacklich wieder aufleben zu lassen, bringen wir gerne kulinarische Köstlichkeiten mit nach Hause. In der Rubrik „Ferngeschmeckt“ wollen wir nun auch den Genuss aus der Ferne zu Dir nach Hause bringen! 
Wir haben für jedes bereiste Land ein salziges und ein süßes Rezept für Dich herausgesucht und probegekocht und -gebacken. Hier findest du die Rezepte dazu! 

Ferngeschmeckt in Finnland

Die finnische Küche ist aufgrund der relativ jungen eigenständigen Geschichte des Landes teilweise stark von der Küche der schwedischen und russischen „Nachbarn“ beeinflusst. Während Getreidegerichte (beispielsweise Piroggen) und Brotrezepte oft aus Russland stammen, wurden die (traditionell donnerstags servierte) Erbsensuppe und viele der Fischgerichte aus Schweden importiert. 
 
Zudem sind die kulinarischen Highlights sehr stark dem Wechsel der Jahreszeiten unterworfen: es wird gekocht mit dem, was die Natur bietet!

Obwohl Finnland eines der pilzreichsten Länder ist, brachten jedoch erst die Karelier die Finnen darauf, die Pilze auch zu essen. 

Eine Besonderheit der finnischen Küche sind die Moltebeeren, die nur wild wachsen und in keiner anderen Landesküche nennenswert verwendet werden.

Die finnischen Rezepte sind einfach gehalten. Außer Salz werden selten Gewürze verwendet. Generell steht der unverfälschte Grundgeschmack des Gerichts im Vordergrund. Piment (Maustepippuri), ein Nelkenpfeffer, findet man dagegen in fast jedem finnischen Gericht.

Im Allgemeinen sind Aufläufe sehr beliebt, sei es mit Leber, Möhre oder Steckrübe. Und oft werden verschiedene Fleischarten kombiniert oder Fleisch und Fisch gemeinsam verwendet. Dazu zählt beispielsweise Kalakukko, der Fisch-Hahn. Das ist eine Pastete aus Schweinefleisch und Fisch, die im Brotteig gebacken wird. Das klingt irgendwie nach einem Vorläufer von Surf and Turf (in Nordamerika eine Kombination aus Steak und Meeresfrüchten).

Wie der Kalakukko stammen die meisten typischen finnischen Gerichte und verschiedene regionale Spezialitäten aus Ostfinnland.
Auffallend sind außerdem die vielen finnischen Wurstsorten, z.B. Mustamakkara aus Tampere oder Laukkamakkara aus Turku. Im ganzen Land beliebt ist die Saunawurst Lenkkimakkara, deren Name bereits den Räucherort verrät…
 
Wir haben in Finnland für dich ferngeschmeckt und zwei Rezepte herausgesucht, die einfach zubereitet werden können, nur wenige Zutaten beinhalten und richtig satt machen. 
Viel Spaß beim Nachkochen und Nachbacken: lass dir den bodenständigen Geschmack Finnlands auf der Zunge zergehen!
 
Hier eine kleine aber feine Liste an kulinarischen Köstlichkeiten, die wir in Finnland probiert haben und als lecker befunden haben:
 
  • Kalakukko (sehr spezielles aber leckeres Brot, gefüllt mit Fisch und Schweinefleisch)
  • Hernekeitto (eine einfache und sehr feine Erbsensuppe)
  • Karjalanpiirakka (die karelischen Piroggen sind ein Klassiker der finnischen Küche)
  • Korvapuusti (die im ganzen Norden omnipräsenten Zimtschnecken haben in Finnland diesen herrlichen Namen 😉
  • Lakritze (das schwarze Gold, sehr beliebt in der salzigen oder fruchtigen Variante, berühmt ist auch der „Salmiakki-Mix“ oder der Lakritz-Likör!!)
  • Kahvia (die schwarze Leidenschaft der Finnen, Tankstellen sind das Zentrum der finnischen Kaffeekultur, in der Wildnis frisch gebrüht über dem Lagerfeuer heißt er Pannukahvia, Kesselkaffee)
  • Kartoffelchips von den Ålandinseln (die „Taffel-Sips“ werden seit 1969 vor Ort mitten in der Ostsee aus den dort wachsenden hochwertigen Kartoffeln hergestellt)
  • Leipäjuusto (Kaffeekäse für das ganz besondere quietschige Kaffee-Erlebnis)
Finnland deftig
Finnland süß

Ferngeschmeckt in Litauen

Litauen erstreckte sich einst von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Einige kulinarische Einflüsse wurden daher von Mongolen und Armeniern ins Land gebracht. In der sogenannten „alten litauischen Küche“ sind auf diese Weise vielerlei Teigtaschen (u.a. Pelmeni, Wareniki) zu finden, die bis heute nicht an Popularität verloren haben.
 
Unter polnischem Einfluß wurden Süßspeisen, wie der berühmte Baumkuchen Šakotis, vor allem in Adelskreisen in ganz Europa bekannt. Seit dem 19. Jahrhundert wurden traditionelle Räuchertechniken immer weiter entwickelt. So ist Litauen heute berühmt für das langsame Räuchern von Wurst, Schinken und Fisch. Die Deutschen brachten die Kartoffel ins Land, welche in allerlei Varianten sehr beliebt ist, sei es als gefüllte Knödel (Cepelinai), Auflauf (Kugelis) oder einfach pur mit Quark.
 
In der litauischen Küche spielen zudem seit Jahrhunderten wilde Beeren, wildes Obst, Pilze und wilde Kräuter eine große Rolle. Die seit dem 19. Jahrhundert entwickelte „neue litauische Küche“ spezialisierte sich auf kleine deftige Mahlzeiten, was für litauische Bauern äußerst praktisch war, da sie kaum Zeit für die Zubereitung hatten.
 
Wir haben in Litauen für dich ferngeschmeckt und zwei Rezepte herausgesucht, die ebenfalls schnell zubereitet werden können, keine komplizierten Zutaten beinhalten und einfach fantastisch schmecken. 
Viel Spaß beim Nachkochen und Nachbacken: lass dir den erfrischenden Geschmack Litauens auf der Zunge zergehen!
 
Hier eine kleine aber feine Liste an kulinarischen Köstlichkeiten, die wir in Litauen probiert haben und als lecker befunden haben:
 
  • Cepelinai (gefüllte Kartoffelklöße in Zeppelinform)
  • Šaltibarščiai (kalte Rote-Bete-Suppe)
  • Blyneliai su varške (Frischkäsepfannenkuchen)
  • Kibinai (gefüllte Blätterteigtaschen)
  • Kugelis (Spezialität aus Kartoffeln, Speck, Milch, Eiern und Zwiebeln)
  • Šakotis (Baumkuchen)
  • Schokolade Ruta
  • Gira (Brotgetränk, fermentiert aus dunklem Roggenbrot, Honig und Rosinen)
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Ferngeschmeckt in Schweden

 
Die schwedische Küche gilt als unkompliziert und einfach. Es kommen insbesondere deftige Hausmannskost, feine Fisch- und Wild-Gerichte sowie eine Fülle an Süßspeisen und Backwaren auf den Teller.
Selbstgesammelte Beeren, Pilze und Kräuter stehen seit Jahrhunderten auf dem Speiseplan der Schweden – die Verarbeitung und Zubereitung der Schätze des Waldes wird zwar hier und dort ein wenig „modernisiert“, viele Gerichte sind jedoch zeitlos köstlich.
Die schwedische Küche baut traditionell auf einen autarken Selbsthaushalt, da aufgrund der teilweise dünnen Besiedelung des Landes die Wege zur nächsten Einkaufsmöglichkeit recht lang sind. So beeinflusst die Vorratshaltung die Essgewohnheiten bis heute: beispielsweise sind die Tiefkühltruhen – gerade auf dem Land, wo gern gejagt wird – manchmal sogar größer als die Kühlschränke!
 
Eine Vielzahl landestypischer Bräuche, Festmahlzeiten und Gerichte spiegeln die schwedische Kultur und die geographische Lage des Landes wider.
Aufgrund des kühlen Klimas, der kurzen Sommersaison und des Mangels an einheimischem Salz (das teuer importiert werden musste) entstanden „typisch schwedische“ Gerichte wie das Knäckebrot, Tunnbröd, der Graved Lachs oder der Surströmming. Fleisch und Fisch wird geräuchert oder gedörrt.
Die Wikinger brachten zwar schon früh exotische Gewürze nach Schweden, was jedoch kaum die Essgewohnheit verändert hat. Länger anhaltende Einflüsse kamen von den Mönchen des Mittelalters, den Kaufleuten der Hanse und den großen historischen Immigrantengruppen aus Deutschland, Finnland und Wallonien. Heute ist die schwedische Küche trotz vieler überlebender Traditionen eher paneuropäisch.
 
Wir haben in Schweden für dich ferngeschmeckt und zwei Rezepte herausgesucht, die einfach zubereitet werden können, keine komplizierten Zutaten beinhalten und lecker Schmecken. 
Viel Spaß beim Nachkochen und Nachbacken: lass dir den deftigen Geschmack Schwedens auf der Zunge zergehen!
 
 
Hier eine kleine aber feine Liste an kulinarischen Köstlichkeiten, die wir in Schweden probiert haben und als lecker befunden haben:
 
  • Zimtschnecken (für ihr Lieblingsgebäck haben die Schweden sogar eigens den „Kanelbullens dag“ am 4. Oktober eingerichtet)
  • Knäckebrot in allen Varianten und Geschmacksrichtungen
  • Morotskaka (Möhrenkuchen ist in Schweden sehr populär, es gibt viele „Geheimrezepte“) 
  • Köttbullar (Hackbällchen, meist mit Kartoffelbrei serviert)
  • Raggmunk (Kartoffelpuffer mit Speck und Preiselbeeren)
  • Janssons Frestelse (ein hervorragender Kartoffelauflauf mit Anchovis)
  • Pytt i panna (Hausmannskost, quasi ein Reste-Essen, was jedoch durchaus auch frisch zubereitet wird)
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