HipHop

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HipHop – eine Lebenseinstellung

 

Wir lieben HipHop. Mit allen Bausteinen, die dazu gehören.

Und natürlich besteht eine besondere Liebe zum Sprechgesang des HipHop: dem Rap. Schon seit unserer Jugend hören wir Rap-Musik. Wir sind sozusagen damit aufgewachsen und haben mittlerweile einen breit gefächerten Geschmack und eine entsprechend große Sammlung verschiedener Interpreten. In unserer Muttersprache Deutsch hören wir in erster Linie Rap, der mit seinen Texten besticht.

Im Laufe der Jahre hat es uns auf unseren Reisen insbesondere die Hiphop-Kultur der verschiedenen Länder angetan: immer mal wieder sehen wir Breakdance-Battles auf den Plätzen der Städte, wir „sammeln“ Streetart, die wir versuchen, fotografisch einzufangen und wir kaufen CDs mit Rap-Musik. Hier ist es allerdings meist so, dass wir von dem, was in Reimform wiedergegeben wird, quasi nichts verstehen. Wir verlassen uns bei der Auswahl der Platten ganz auf unser Gehör und auf das Gefühl, dass beim Hören der einzelnen Bands transportiert wird. Die Musik und der Groove müssen uns packen und die Stimme der Interpreten ins Ohr und ins Herz gehen. Dabei hoffen wir inständig, dass wir nur Bands erwischen, die sich nicht ausschließlich mit Schimpfwörtern artikulieren und die weder frauenfeindlich, rassistisch oder noch sonst irgendwie daneben sind…

Immer wieder fällt uns jedenfalls auf, wie häufig sich die Sprachen verschiedener Länder in ihrem Klang ähneln. In ganz Europa ist die (Sub-)Kultur des HipHop wichtig und musikalisch gesehen neben den traditionellen Musikstilen der einzelnen Länder ein fest verankertes Genre. Gerne hätten wir schon so manche MCs  (Master of Ceremony) aus verschiedenen europäischen Ländern miteinander in einem interkulturellen HipHop-Projekt vereint!

HipHop und Rap – was ist das eigentlich?

 
Wer heute von HipHop spricht, meint häufig in erster Linie die Rap-Musik, also den rein musikalischen Aspekt dieser Bewegung. HipHop ist jedoch viel mehr als das! Es ist ein Sammelbegriff für eine ganze Jugendkultur – eine Kultur der Straße. Zum Rap kommen somit noch vier weitere Bestandteile hinzu: DJ-ing, MC-ing, Graffiti und Breakdance. Entstanden ist Hiphop in den 70er-Jahren in den USA und damals wie heute ein wahrhaftiger „Way of Life“!
 
Rap-Musik als Teil der HipHop-Kultur ist seit jeher meist viel mehr als eine musikalische Untermalung auf einer Party. Es ist die Stimme der Unterdrückten, die Waffe der sozial Schwachen und Diskriminierten, ein Sprachrohr um Missstände aufzudecken und ein Ventil, um Ängste, Aggressionen und Trauer aber auch Stärke und Macht in Worte zu fassen. 
Dabei handelt es sich überwiegend nicht um platt daher genuschelte Texte. Ganz im Gegenteil: viele Rapper sind wahre Sprachkünstler, die es verstehen, wichtige Inhalte in oft komplexe Reimschemata zu verpacken, im Flow zu bleiben und dabei den Hörer abzuholen und mitzureißen.
 
Rap-Musik hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte entwickelt. Es gibt vom Spaß-Rap über den Elektro-Rap bis hin zum Gangsta-Rap viele verschiedene Stilrichtungen. Alle finden ihre Hörerschaft, sind heutzutage aus dem Radio nicht mehr weg zu denken und haben sich weit über die Grenzen des amerikanischen Kontinents hinweg etabliert. In vielen Ländern Europas gibt es wirklich gute Platten, die es Wert sind entdeckt und gehört zu werden!

Entstehungsgeschichte – von den ethnischen Wurzeln bis zur Geburtsstunde
des modernen HipHop

 
Die Wurzeln des Rap liegen in Westafrika, genauer bei den Griots. Sie trugen ihre Geschichten in Form von Sprechgesängen vor und begleiteten dies mit einfachen Instrumenten. Von Westafrika gelangte diese Art der mündlichen musikalischen Erzählung durch die Verschleppung und Versklavung mehrerer Millionen Menschen unter anderem nach Amerika. Die Sklaven fanden im fremden Land ein wenig Trost, indem sie alte Traditionen aus ihrer Heimat fortsetzten. 
 
In Form des Spiels „The Dozens“ wurde von den schwarzafrikanischen Sklaven der Grundstein für den Rap gelegt. Der Begriff „to rap“ bedeutet zum einen „schlagen“ und zum anderen „schnell sprechen“. Es ging beim „rappen“ also darum, jemanden mit schneller Sprache verbal zu schlagen. Bei diesem Spiel machte man sich über den anderen lustig oder zeigte entsprechende Defizite des Gegenüber auf. Auf diese Weise entstand ein Wortduell, das man heute als Battle bezeichnet. 
 
Der Grundstein der Rap-Musik wie wir sie bis heute verstehen, wurde schließlich in der Bronx gelegt. Ein New Yorker Stadtteil, der vor allem in den 1970ern und -80ern für Kriminalität, Drogen und unteres soziales Milieu stand und somit lange Zeit sich selbst überlassen wurde. Sogenannte Block-Partys fanden zum Teil in privaten Räumlichkeiten oder einfach auf der Straße statt. Dazu wurden fahrbare Lautsprecher aufgestellt und ein DJ (Discjockey) legte tanzbare Musik auf. 
 
Einer dieser DJs war Clive Cambell, in der Szene besser bekannt als DJ Kool Herc. Inspiriert durch die Beobachtung, dass Tanzende bei der abgespielten Musik am meisten auf den gespielten Break (meist der Ausschnitt eines Schlagzeuggrooves aus Funksongs) reagierten, entwickelte er beim Auflegen als DJ eine Technik mit zwei Plattenspielern, die es ihm ermöglichte einen Break mit zwei gleichen LPs in einer Endlosschleife (Loop) immer wieder ablaufen zu lassen. 
 
Bei einer Party am 11.August 1973 in einem Hochhaus der Bronx war diese Technik ein voller Erfolg. Auf diese Weise erfand Kool Herc den alleine auf den Rhythmus ausgelegten Breakbeat, der nach den Wünschen des agierenden DJs zusammengestellt werden konnte. Zu den beliebtesten Breakbeats zählt der Funky Drummer (James Brown), der in tausenden Tracks verwendet wurde. Unterstützt wurde DJ Kool Herc von seinem Freund Coke La Rock, der am Mikrofon die tanzende Menge mit den heutzutage in der Szene bekannten Phrasen „Yes, yes y´all!“ oder „You don´t stop!“ anfeuerte. 
HipHop in seiner Reinform war geboren: DJ Kool Herc, der Erfahrungen mit Graffiti hatte, agierte am Plattenteller, die Tänzer und Tänzerinnen als B-Boys und B-Girls (Breakdancer) und Coke La Rock als Rapper.
 
Eine andere Gründerfigur des HipHop ist der in der Bronx geborene Joseph Saddler, besser bekannt unter dem Namen Grandmaster Flash. Seine Tricks an den Plattentellern waren zwar gut aber da dennoch keine Tanz-Stimmung aufkam, holte er sich Verstärkung auf die Bühne: die Geburtsstunde des MC (Master of Ceremony), welcher die tanzende Menge anheizen sollte. So wurden Rap-Songs wie „Rapper´s Delight“ oder der sozialkritische Song „The Message“ zu unvergessenen Meilensteinen der vermarkteten Rap-Musik und wohl auch zum Wegbereiter für zahlreiche MCs und Rapper. 
 
Wer sich noch weiterführend mit der musikalischen Entwicklung der Rap-Musik beschäftigen möchte, dem seien an dieser Stelle die Platten von Run DMC, N.W.A., A Tribe Called Quest, Beastie Boys, NAS, Notorious B.I.G., Tupac usw. zu empfehlen. Immer mit dem Wissen, dass Rap-Musik – wie jede andere Musikrichtung auch – Geschmackssache ist.
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